Bewiesen!
Die europäische Sonde »Mars-Express« sollte spätestens ab April 2004 den roten Planeten genauer unter die Lupe nehmen und mit ihren sieben Spezialinstrumenten an Bord, die unter anderem die mineralische Zusammensetzung der Oberfläche und eine molekulare Analyse der Atmosphäre feststellen.
Wissenschaftler des »Space Science Institute« in Colorado konnten tatsächlich von der Erde aus Wasserstoffperoxid (H2O2) in der Marsatmosphäre entdecken. Das Gas, das unter normaler Zimmertemperatur zu Wasser und Sauerstoff zerfällt, ist ein hochreaktives Oxidationsmittel, das bei uns unter anderem zum Bleichen von Stoffen und Haaren verwendet wird. Es ist aber auch ein Desinfektionsmittel, das für biologische Zellen giftig ist. Marsmenschen hätten also vielleicht naturgebleichte Haare, aber schlechte Lebenschancen.
Ein weiteres Forschungsziel sollte der Radarhöhenmesser »marsis« erbringen, in dem er Wasser- und Eisvorkommen unter der Mars-Oberfläche aufspürt. Das versucht zwar auch die US-Sonde »Odyssey« schon seit Jahren, doch kann sie nur einige Meter tief »blicken«. »marsis« dagegen tastet sich mit niedrigfrequenten Radiowellen in Tiefen von mehreren Kilometern vor. Und dort werden schon seit langem Wasservorkommen vermutet.
Nun bestätigte die Weltraumbehörde NASA am 2. März 2004, dass zumindest der Mars-Rover »Opportunity« den Beweis erbringen konnte, dass auf dem Mars einst Wasser in großen Mengen floss. Der NASA-Wissernschaftler James Garvin sagte, dass die Weltraumbehörde ihre Mars-Mission vor allem unter die Frage gestellt habe, ob es wenigstens in einem Teil des roten Planeten eine ausreichend feuchte Umgebung gegeben habe, in der auch Leben gedeihen konnte. Garvin sagte: »Heute haben wir starke Hinweise für eine aufregende Antwort: Ja!«
Nach eingehender mineralogischer und chemischer Analyse des Gesteins in den letzten Wochen scheint nun klar, dass die spontane Begeisterung von Steve Squyres berechtigt war. Der wissenschaftliche Leiter der Rover-Mission, sagte angesichts der neuen Fotos des zweiten Marsvehikels »Opportunity«: »Ich bin nicht nur baff, sondern auch sehr erstaunt...«
Keine andere Landestelle ähnelte der weiten Ebene »Meridiani Planum«, in der die Schwestersonde von »Spirit« niedergegangen war. Besonders angetan zeigte sich der Forscher von der hellen Gesteinsformation, die direkt vor den Kamera-Augen des Rovers aus dem dunklen Marssand hervorschimmerte. Der unumstößliche Beweis für die Existenz vergangener Fluten auf dem Mars, sei eine in den Steinen entdeckte Sulfatverbindung, die nur in der Umgebung von Wasser gebildet werden könne. Der aller Erste Verdacht sei nun bestätigt: Es handelt sich bei der Felsformation um Sedimente, die definitiv in einem stehenden Gewässer gebildet wurden.
Auf dem Mars gab es nach NASA-Erkenntnissen einst genügend Wasser, um Leben auf dem Planeten zu ermöglichen. Die »Opportunity« habe entsprechende Hinweise gefunden, aber bisher noch keine Spuren von früherem Leben entdeckt, berichteten die Wissenschaftler der NASA bei ihrer Pressekonferenz.
Während auf der einen Seite des Planeten die Beweise für Wasser und frühes Mars-Leben immer erdrückender werden, steht »Spirit« auf der anderen Seite des Planeten vor dem Stein »Humphrey«, einem 60 Zentimeter großen Brocken, der vermutlich aus dem Krater »Bonneville« ausgeworfen wurde. Damit ist auch er für die Forscher der NASA besonders interessant: Er liefert nicht nur einen Beweis für vulkanische Aktivitäten, sondern könnte aus dem Inneren des Planeten stammen und Aufschluss über dessen mineralogische Zusammensetzung geben. Inzwischen hat »Spirit« drei Stellen an dem Stein vom Staub freigeschabt und mit allen Instrumenten untersucht. Als nächstes soll er sich in »Humphrey« hineinbohren, um auch sein Inneres freizulegen.
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