Erdogan Ercivan. Fälscher und Gelehrte.


Erdogan Ercivan. Verbotene Ägyptologie.


Thomas H.Fuss. Spezies Adam - Das unglaubliche Vermächtnis der Bibel.


Erdogan Ercivan. Das Sternentor der Pyramiden.


Walter-Jörg Langbein. Lexikon der biblischen Irrtümer.


Erich von Däniken (Hrsg). Jäger verlorenen Wissens.

 
 
 
Thema

Weltwunder im Fernsehen


Die Große Pyramide in Giseh ist ein antikes Monument der Frühzeit, das uns bis zum heutigen Tage erhalten geblieben ist. Sie ist zwar als Bauwerk immer noch leicht wahrzunehmen, ihre wahre Bedeutung zu erfassen ist allerdings nach wie vor weniger leicht wahrnehmbar. Denn je mehr wir sie erforschen und nachmessen, desto mehr scheint sich ihr Charakter zu verändern.

War sie wirklich nur ein riesiges Grabmal, wie es der griechische Historiker Herodot vor zweieinhalb Jahrtausenden annahm? Oder war sie noch etwas anderes - ein Wahrzeichen des Meridians für Astronomen und Kartographen, das in jüngerer Zeit als solches nicht mehr erkannt wurde? Wurden in ihr von den antiken Baumeistern mathematische und geographische Kenntnisse niedergelegt, die ein System von Standardmaßen enthalten, wie es bisher niemand in vorgeschichtlicher Zeit vermutet hätte? Könnte sie sogar eine kolossale Uhr für die Tag- und Nachtgleiche darstellen, die von landschaftlich arbeitenden Bauern für die Bepflanzungs- und Erntezeit benutzt wurde? Vielleicht war sie aber auch ein steinernes Buch für das Wissen einer vergangenen unbekannten Zivilisation, die lange vor unserer Zeitgeschichte existierte und bereits das Gewicht der Erde, ihre Entfernung zur Sonne und das astronomische Jahr kannte?

Auch wenn der deutsche Ägyptologe Erhard Graefe von der Universität Münster im Februar 2003 für sich zumindest die technische Lösung für den Bau an dem größten Rätsel der Weltgeschichte beanspruchte, weiß in Wirklichkeit nach wie vor kein Mensch wirklich, wann, wie und wer diese Pyramiden erbauen ließ. Vielmehr bewegen sich auch die Wissenschaftler in einer Welt voller Interpretationsversuche und Wunschvorstellungen die in den meisten Fällen keiner ernsthaften Prüfung standhalten.

Bereits im Jahre 1546 bemerkte Pierre Belon, dass sich die kleinste, Pharao Mykerinos zugeordnete Pyramide, in einem so tadellosen Zustand befinden würde, als sei sie eben erst fertiggestellt worden. Auch Jean Chesneau erwähnte in seinen Schriften, dass die anderen zwei der Giseh-Pyramiden »nicht in Stufen ausgeführt« wurden, wie es bei der Pyramide des Djoser in Sakkara der Fall war. Was hatten derartige Berichte aber nun zu bedeuten:

Heißt das vielleicht, dass die inneren Stufenkerne der Pyramiden damals noch nicht freigelegt waren? Prosper Alpinus, der als einer der ersten Reisenden eine genaue Vermessung der Pyramiden versuchte, schrieb 1591: Ibrahim Pascha, der damalige Vizekönig Ägyptens, habe den Eingang zur Großen Pyramide verbreitert, »so dass man darin aufrecht stehen kann«.

Das muss sich auf eine Verbreiterung der Bresche im 9. Jahrhundert durch Al-Mamun beziehen wodurch erst ein Zugang in das Bauwerk geschaffen wurde und sein Inneres seit dem alle Wissbegierigen beschäftigt. Von der Idee besessen, dass sich in der Großen Pyramide von Giseh neben den bekannten noch eine »unentdeckte« Kammer befindet die Aufschluss über ihr Geheimnis geben würde, suchten bereits Generationen von Forschern mit allen verfügbaren Mitteln nach diesem verborgenen Raum - bislang ohne scheinbaren Erfolg.

Doch Rudolf Gantenbrink ließ die Forscher im März 1993 wieder hoffen: die internationale Presse feierte seine spektakuläre Aktion innerhalb der Großen Pyramide mit seinen kleinen, ferngesteuerten Roboter »Upuaut 2«, als die bedeutendste archäologische Entdeckung der 1990er Jahre. Dennoch untersagte die Ägyptische Antikbehörde Supreme Council of Antiquities (SCA) jede weitere Erforschung an dieser Entdeckung. Aber wieso?

Vermutlich wollten die Verantwortlichen nur die Kontrolle und Übersicht des Projektes nicht verlieren. Denn fast zehn Jahre musste die Öffentlichkeit inzwischen warten, bevor Fernsehzuschauer in 141 Ländern am Morgen des 17. September 2002 die größte Archäologieshow des Jahres erleben durften. Nicht etwa Rudolf Gantenbrink, sondern die amerikanische Forschungsgesellschaft »National Geographic Society« verkündete bereits Wochen vor dem TV-Spektakel, dass sie im Auftrage des SCA von der US-amerikanischen Firma »i-Robot« in Boston, einen neuen High-Tech-Roboter bauen ließ, um den von dem Münchener Ingenieur entdeckten Verschlußstein im Südschacht der Königinnenkammer freizulegen. Tatsächliche ist der Verlauf dieser Schächte nach den Untersuchungen der Edgar-Brüder (Morton und John) den Ägyptologen bereits seit Jahrzehnten (1912) bekannt gewesen und einfach unter den Teppich gekehrt worden. Denn das archäologische Getue wurde in der Öffentlichkeit als Sensation behandelt. Aus offizieller Seite hieß es sogar, dass das alte Wissen um die Schächte lediglich vergessen wurde und die Ägyptologie der Öffentlichkeit nichts vorenthalte.

Der Vorsitzende des SCA Dr. Zahi Hawass sagte: »Wir arbeiten wirklich sehr penibel rund um die Pyramiden und erzählen der ganzen Welt nichts als die Wahrheit.« Deshalb sollte auch die Öffnungsaktion angeblich live durchgeführt werden, damit alle Welt mit verfolgen konnte, dass die Ägyptische Antikbehörde nichts zu verbergen habe. In der Tat wurde einem gespannt vor dem Fernseher sitzenden Millionenpublikum der neue ferngesteuerte und ebenfalls mit einer Videokamera ausgestattete Roboter, »Pyramid-Rover«, präsentiert. Man führte den Zuschauern vor, wie das High-Tech-Fahrzeug den schmalen, nicht begehbaren südlichen Schacht hinauffuhr und dem Publikum noch schärfere Fernsehbilder zeigte als die, die 1993 Rudolf Gantenbrink abgeliefert hatte. Zudem blinkte rechts oben im Bild das Wort »Live« fortwährend »an« und »aus«, damit jeder Zuschauer mit Gewissheit davon ausgehen konnte, dass hier alles mit rechten Dingen vor sich ging. Doch bereits bei der Übertragung der etwa 60 Meter langen Auffahrt des Roboters im Südschacht gab es mehrere Unterbrechungen bei den Bildern, die dem Zuschauer alles andere als eine live durchgeführte Aktion vermittelten. Zwar erklärte der Leiter der ZDF-Redaktion für Geschichte und Gesellschaft Peter Arens später, dass das ZDF die geplanten neun Werbeunterbrechungen des amerikanischen Fernsehens den deutschen Zuschauern nicht zumuten wollte und sich deshalb entschlossen habe die sogenannte Live-Aktion um eine Stunde versetzt auszustrahlen, doch auch die den Zuschauern präsentierten Fernsehbilder zeigten kein Live-Fernsehen. Anhand der unterschiedlich vorgeführten Bilder konnte jeder Zuschauer ganz deutlich erkennen, dass die bereits bekannten Kupferbeschläge an dem Verschlussstein im Südschacht, einerseits in einem wie von Gantenbrink 1993 publizierten Zustand, unverändert waren, zum anderen aber auch Bilder zu sehen waren, auf denen der linke Stift abgebrochen war. Diesen Sequenzen folgten dann wiederum Bilder mit dem nicht abgebrochenen Stift - und dann wieder solche, die das Gegenteil zeigten...

Ganz offensichtlich hatten wir es bei diesen Fernsehbildern mit mehreren, zeitunterschiedlich durchgeführten Kameraeinstellungen zutun!