Nazca-Rätsel gelöst?
Der Anthropologieprofessor Anthony Aveni von der US-amerikanischen Colgate Universität ist überzeugt, den Sinn der Scharrbilder, die unzähligen Linien und abgetragenen Felsen in der Pampa-Region von Nazca richtig erklären zu können: »Wir kennen jetzt nicht nur die Identität der Linienhersteller, auch die Überlegungen der deutschen Frau reiche sind in Frage zu stellen.«
Die aus Leipzig stammende Maria Reiche, die Jahrzehnte damit verbrachte diese kuriosen Einritzungen zu untersuchen, hatte schon in den 1970ern Überlegungen geäußert, dass mehrere der großen Tierfiguren als Sternenkarten zu identifizieren seien. Aveni widerspricht dem und sagt, dass alles »falsch« sei: »Die Liniendarsteller kamen vermutlich aus Cuzco, wo noch heute hoch in den Anden sichtbare Spuren der vorinkaischen Erdgravuren vorzufinden sind.«
Es handelt sich dabei um ein Netz von sichtbaren und unsichtbaren Linien, die auf die Stadt Cuzco zulaufen. Die lokalen Indios um Cuzco nennen die Erdgravuren »ceques« und bringen sie mit ihrem Kalender, mit Wasser und den Berggöttern in Verbindung. Und weil die Indios um Cuzco noch heute jährliche Zeremonien praktizieren, die auf bestimmten dieser Linienpfade stattfinden, überträgt das Professor Aveni auch auf die Nazca-Region: »Das Volk von Nazca schuf die Linien, die als eine Art von Straßen benutzt wurden, wo rituelle Tänze und Zeremonien praktiziert wurden.«
Die Co-Autorin von Aveni, Professor Helaine Silverman setzt noch einen Kommentar zur völligen Aufklärung um das Nazca-Rätsel drauf: »Die Scharrzeichen auf der Ebene von Nazca versinnbildlichen die Stammeszeichen der verschiedenen Indio-Familien, die dort einst gelebt haben.« Welche Familien das wären, behält Frau Silverman selbstverständlich für sich. Ist das Rätsel somit tatsächlich gelöst? Neu interpretiert - »ja«. Gelöst - »Nein«!
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