Mars aktuell
Entgegen den Ansichten der ESA lassen sich zweifelsfreie Beweise für die frühere Existenz von Wasser auf dem Mars nicht einmal aus kürzester Distanz so einfach erbringen, meint der NASA-Sprecher Steve Squyres - Das belegen derzeit die beiden Marsrover »Spirit« und »Opportunity«.
Auf ihren Erkundungsfahrten durch den »Gusev-Krater« und das »Meridiani Planum« haben sie mittlerweile eine Reihe von Messungen durchgeführt, die nun in akribischer Kleinstarbeit ausgewertet werden.
Aktuell konzentriert sich das Interesse der NASA-Forscher vor allem auf die Landestelle von »Opportunity«. Durch Zufall sitzt dieser Rover in einem flachen Krater, an dessen Rand der sonst von Staub bedeckte felsige Untergrund im Moment offen zutage tritt. Einen wichtigen Teil seiner Mission hat »Opportunity« bereits erfüllt. Mit einem Infrarot-Spektrometer konnte an verschiedenen Stellen des Kraters »Hämatit« nachgewiesen werden. In welchen Mengen das eisenreiche Mineral dort vorkommt, wird gegenwärtig noch mit anderen Instrumenten untersucht.
»Hämatit« entsteht auf der Erde in stehenden Gewässern und in heißen Quellen; es kann aber auch durch vulkanische Prozesse gebildet werden. Die bisherigen Messungen deuten darauf hin, dass das Mineral in relativ kalter Umgebung entstanden sein muss, was manche Erklärungen von vorneherein ausschließt. Noch ist es aber zu früh, um aus dem »Hämatit-Vorkommen« auf die frühere Existenz von Wasser zu schließen. So könnte sich das Mineral auch aus eisen- und sauerstoffreicher Vulkanasche gebildet haben, die sich auf dem Boden abgelagert hat.
Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang der felsige Untergrund, der sich schon durch seine helle Farbe deutlich vom dunklen Marsboden unterscheidet. Er könnte Licht in die geologische Vergangenheit dieser Gegend bringen. Bei näherem Hinsehen offenbart der Fels mit dem Namen »Adirondack« eine geschichtete Struktur, was auf Sedimentgestein hindeutet. Allerdings gibt es hier ebenfalls eine alternative Erklärung. So könnte es sich bei den dünnen Gesteinsschichten auch um zusammengebackene Vulkanasche handeln. Eine Klärung dieser Frage erhofft man sich von winzigen Kügelchen, die in das Gestein eingebettet sind und nach Ansicht des NASA-Wissenschaftlers Steve Squyres »wie Blaubeeren in einem Kuchen« aussehen.
Auch wie diese Kügelchen entstanden sind, ist vorerst unklar. Möglicherweise handelt es sich um geschmolzenes Gestein, das bei einem Vulkanausbruch oder einem Meteoriteneinschlag ausgeworfen wurde und später zu kleinen Tröpfchen erstarrte. Denkbar ist aber auch, dass sie aus einer mineralischen Lösung abgeschieden wurden. Während die Kügelchen im ersten Szenario wie aus einem Guss sein sollten, erwartet man im zweiten Fall einen zwiebelartigen Aufbau.
Parallel zu diesen mikroskopischen Untersuchungen hat »Opportunity« damit begonnen, an einigen Stellen die chemische und mineralogische Zusammensetzung des Gesteins zu analysieren. Eine Überraschung lieferte ein Felsbrocken mit dem Namen »Stone Mountain«. Den Messungen nach zu urteilen, ist er überaus reich an Schwefel. Von manchen Forschern wird das als Hinweis gedeutet, dass der Brocken eine verfestigte salzhaltige Ablagerung ist und damit nicht vulkanischen Ursprungs. Damit dürfte das letzte Wort in dieser Angelegenheit allerdings noch nicht gesprochen sein. Bis man die verschiedenen Puzzleteile zu einem in sich schlüssigen Bild zusammengefügt hat, werden wohl noch einige Hypothesen bei den Wissenschaftlern die Runde machen.
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