Die Geheimkammern unter der Sphinx
Die große Sphinx von Giseh ist neben den ägyptischen Pyramiden das letzte geheimnisvolle Rätsel auf dem Giseh-Plateau, das eine verständnisvollere Lösung erfordert, als die gegenwärtigen Fehlinterpretationen unserer Ägyptologen. Zumal neueste Forschungen belegen, dass unterhalb dieses Bauwerks eine Art Labyrinthsystem aus verästelten Gängen und Kammern besteht, wo nach altägyptischen Legenden ein Vermächtnis ihrer Gottheiten existieren soll. Somit muss hinter dem Sphinx-Bauwerk ein größeres Geheimnis schlummern als nur ihre kolossale Größe.
Der britische Ägyptologe Battiscombe Gann, vertrat bereits vor über 60 Jahren die Ansicht, dass das griechische Wort Sphinx sich aus dem ägyptischen »ssp`nh« ableitete, was »Lebendes Bild« bedeutet. Zu dem Begriff gehörte dann noch der Zusatz »des Herrn des Weltalls«.
Die Araber dagegen, die im Jahre 642 Ägypten endgültig dem Islam unterwarfen und danach die Hauptstadt Kairo begründeten, nannten sie »Abu el-Hol«, was sich mit »Vater des Schreckens« übersetzen lässt. Die Ägypter selbst hingegen, brachten den Sphinx stets mit ihren Gottheiten Ra und Horus in Verbindung. Trotz alldem gibt es so gut wie keine Informationen darüber, wer den Sphinx »wann« oder »warum« erbaute. Und weil diese Frage bis heute immer noch nicht aufgeklärt werden konnte, interessierten sich im Frühjahr 2003 mehr als 30 Millionen Zuschauer für eine Fernsehsendung über das »Sphinx-Mysterium«, die gemeinsam von dem amerikanischen NBC und dem britischen BBC produziert worden war.
Danach ist dieses mysteriöse Bauwerk irgendwann einmal aus einem riesigen Felsen gehauen worden und hat eine gewaltige Länge von 57 Metern, wozu noch die 15 Meter langen Vorderpfoten kommen (daher insgesamt 72 Meter), die höher als ein Menschenkörper sind.
Die gewaltige Gesamthöhe der Sphinx an der Kopfseite beträgt über 20 Meter: Allein ihr Gesicht ist 4,15 Meter breit, auf dem sich der 2,32 Meter große Mund befindet.
In der Fernsehsendung erfuhren die Zuschauer von dem Geologen Professor Robert Schoch von der Universität Boston und dem Pyramidenforscher John Anthony West, auch Einzelheiten darüber, dass die Sphinx vermutlich von einem bislang unbekannten Volk schon vor 10000 Jahren an den Ufern des Nils erbaut wurde und nicht von den Ägyptern stammt. Wäre eine solche Möglichkeit tatsächlich in Erwägung zu ziehen?
Der Körper der Sphinx stellt einen Löwen dar, der nach Ansicht der Ägyptologen den Kopf eines ägyptischen Königs oder Gottes mit dem Nemes-Kopftuch trägt. Die Experten meinen, dass sich auf ihrer Stirn einmal sogar eine Uräeus-Schlange aus Metall befunden habe, was man angeblich heute immer noch an dem Einsatzloch der Halterung erkennen kann. Auch ein Bart soll die Sphinx einst geziert haben, bevor es die Mamelucken gemeinsam mit ihrer Nase abschlugen.
Nur weil der Standort der Sphinx unweit an der Chephren-Pyramide gelegen ist, haben die Gelehrten für die Versinnbildlichung der Sphinx keine bessere Erklärung gefunden, als die von Dr. Kurt Lange: »Der Erbauer der Sphinx war Pharao Chephren (2430-2405 v. Chr.) gewesen, dessen Haupt auf einem Löwenkörper seine königliche Macht symbolisierte. «
Auch der Direktor des Giseh-Plateaus , Dr. Zahi Hawass unterstützt diese These und meint: »Der Sphinx stellt Chephren als Horus dar, der seinem Vater Cheops Opfer darbringt.« Von welchen Opfern Hawass bei seinen Vorstellungen ausgeht blieb bisher sein Geheimnis.
Doch auch der amerikanische Ägyptologe Professor Mark Lehner vom Institut für Orientforschung an der Yale Universität von Chicago legte noch eins drauf und demonstrierte 1991 sogar anhand einer Untersuchung von Computergraphiken den scheinbaren Beweis, dass das Skulpturengesicht von König Chephren exakt dem Sphinx-Kopf entspricht. Obwohl sich diese Meinung inzwischen in den Lehrbüchern festgefahren hat, entbehrt sie nach Ansicht der E.T.-Redaktion jeglicher sachlichen Grundlage.

Sich an der Tatsache störend, dass mit diesem wackeligen Computerverfahren jeder X-beliebige Kopf auf den Körper der Sphinx gesetzt werden könnte, wurde bereits 1993 ein unabhängiges Forschungsprojekt von der »Edgar Cayce Stiftung« in die Wege geleitet, die dafür eigens einen Detektiv beauftragte, der nach Kairo flog, um die Sphinx in Giseh erneut zu untersuchen. Der Detektiv hieß Frank Domingo und war ein ehemaliger Leutnant der New Yorker Polizei, für die er seit über 20 Jahren Phantombilder von gesuchten Verbrechern angefertigt hatte. Im letzten Abschnitt seiner Berufslaufbahn arbeitete Domingo dann sogar für die Gerichtsmedizin, wo er Gesichter von Opfern rekonstruieren musste, die entweder stark verstümmelt oder bei denen Teile des Kopfes überhaupt nicht mehr vorhanden waren. Frank Domingo verglich das Gesicht der Sphinx mit dem der Chephren-Statue im Ägyptischen Museum von Kairo, wonach er präzise Skizzen und Zeichnungen beider Skulpturen anfertigte. Sein Untersuchungsergebnis war frappierend: »Meine Untersuchungen bestätigen eindeutig: Es handelt sich bei der Sphinx und der Chephren-Statue um zwei völlig unterschiedliche Individuen.«
Schließlich gab Zahi Hawass im Oktober 2003 an der Southern Methodist Universität von Dallas vor dem McFarlin-Auditorium ein merkwürdiges Statement ab, was nochmals für einige Aufregung sorgte: »Wir untersuchen seit fünf Jahren die Kammern und Gänge unter der Sphinx. Ein Tunnel was ganz offensichtlich unter die Pyramide führt bereitet uns noch Schwierigkeiten, so dass wir unsere Ergebnisse erst 2004 bekannt geben werden.«
So wie es aussieht gibt es nach wie vor viele Geheimnisse, die noch gelüftet werden müssen.
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