Runde Rätsel aus Stein
Das berühmte Steinbauwerk in Großbritanniens Wilsthire mit seinen wuchtigen Megalithen (Stonehenge) stellt unter Generationen von Wissbegierigen schon immer ein bislang ungelöstes Rätsel dar. Wer hat es vor allem warum gebaut? Man interpretierte bislang allerlei Unfug in diese Anlage und meinte in den 1970er Jahren die Lösung entdeckt zu haben: Ganz offensichtlich handelt es sich dabei um ein riesiges Observatorium worin sogar unser Planetensystem eingearbeitet worden ist um dort bislang noch unbekannte Sternenkulte zu praktizieren.
Jetzt entdeckten Forscher das deutsche Gegenstück: bei Kyhna in Sachsen. Es sind mehrere in einander liegende Ringe: Der größte misst 120 Meter im Durchmesser. Dr. Henning Haßmann vom sächsischen Landesamt für Archäologie meint: »Solch einen spektakulären Fund hat es in Deutschland noch nie gegeben.«
Nach Ansicht des Archäologen zelebrierten auch im steinzeitlichen Deutschland Priester geheimnisvolle Riten, und dass schon 2000 Jahre vor der Errichtung von Stonehenge! Der Ex-Bundeswehrpilot Otto Brasch fand das deutsche Stonehenge zufällig bei Luftaufnahmen für das Landesamt, die wie mit gigantischen Zirkeln in das Feld gegraben wirken. Die Archäologen sind sich jedoch sicher: Es sind die Spuren von Deutschlands ältester Sternwarte. Sie wurde etwa 5000 v. Chr. errichtet!
Und so funktionierte die Sternwarte: Sie wurde wie eine Palisadenfestung aus Tausenden Eichenpfählen gebaut und verfügte über vier offene Tore, die zu den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet waren. Dr. Henning Hassmann meint dazu: »Die Öffnungen zeigen erstaunlich genau in vier Himmelsrichtungen: Nordost, Südost, Südwest und Nordwest.« Wenn zur Sommersonnenwende (21. Juni) gegen 3.50 Uhr die Sonne aufging, fielen ihre Strahlen wie Lichtblitze durchs Tor im Nordosten auf eine Kultstätte im Zentrum - ein gewaltiges Naturschauspiel. Die Experten vermuten, dass die Steinzeitmenschen bei Mond- und Sonnenwende dort ihre Riten und Kulte feierten. Skelettfunde beweisen, dass die Priester dort auch Menschen opferten.
Der Alltag unserer Vorfahren, vermutet der Archäologe, sah folgenderweise aus: Sie wohnten in bis zu 50 Meter langen Holzschuppen, trugen bodenlange Gewänder aus selbst gewebten Stoffen, zähmten Auerochsen, pflanzten Getreide an. Die Sternwarte war ihr Kalender. Nach seinem Kommando säten und ernteten sie. Oder operierten ihre Kranken: Mit messerscharfem Steinwerkzeug wurde Patienten sogar der Schädel aufgeschabt und das Gehirn freigelegt. Die Kranken überlebten, die Wunden verheilten rasch. Über 2500 Jahre hielt sich die Sternwarte, bis in die Bronzezeit. Auch ein Bronzeschatz wurde 1979 in der Nähe entdeckt, der mit Äxten, Speeren und Schmuck versehen war. Der Archäologe Hassmann meint über die Anlage:»Die Eichenpfähle verrotteten im Laufe der Zeit. Wo sie standen, ist die Erde noch heute aufgelockert, humusreicher und besonders fruchtbar. Das Getreide wächst dort zehn Zentimeter höher.« Über der Bedeutung des unteren Doppelringes liegt noch ein Geheimnis: dieser war vermutlich der Thronsaal eines Fürsten.
2000 Jahre später verwendeten die Steinzeitmenschen Steine für die Errichtung ihrer Kultanlagen, wo sie schon imstande waren 80 Tonnen schwere Megalithen 250 Kilometer zu transportieren. Wer ihnen all das beigebracht hat bleibt nach wie vor ein Geheimnis. Sicher ist aber, dass diese Tonnenschweren Megalithsteine in den letzten 5000 Jahren fast in ganz Europa aufgestellt wurden.
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